Ich und mein Gewicht hatten schon immer 
Höhen
 und Tiefen.

Schon als Kind war ich immer etwas dicker als die meisten. Bereits zu Schulzeiten hatte ich durch den Abitur-Stress einige Kilo drauf gelegt. Wie viele Gewichtsänderungen passierte das über einige Jahre recht schleichend, aber doch kontinuierlich. Ich redete mir ein, ich hätte keine Zeit und sollte lieber meine Prioritäten auf das Abitur lenken. Wie gesagt, so getan. Mein Abitur hatte ich 2001 abgeschlossen und ich hatte ganz klar Übergewicht. 

Meine Jojo-Zeit begann und ich wußte nicht, wie mir geschah… 

Vor dem Hochschulstudium stand 2002 aber erst einmal der Zivildienst an. Arbeitszeiten waren von 06:30 bis 14:30 Uhr. Dann war Feierabend und der war recht langweilig. Somit erschließ ich mich ins Fitnessstudio zu gehen. Der Trainer machte mir schnell einen Trainingsplan und ab ging’s. Jeden zweiten Tag war ich nun dort. Manchmal nur Kraftsport, manchmal nur Cardio-Training. Es war schon eine Qual. Sonst änderte ich nichts. Aber es half: Nach einem Jahr Zivildienst hatte ich 15 Kilogramm Gewicht runter und war zudem auf einmal sehr sportlich.

Mit dem Studium hatte sich der Ehrgeiz leider wieder gelegt. Ich redete mir wieder ein, dass ich mich auf das Informatikstudium konzentrieren sollte. Wie gesagt, so getan. Ich nahm alles wieder zu und hab mein Studium erfolgreich 2007 abgeschlossen. Diesmal hatte ich aber ein schlechtes Gewissen. Ich sagte mir, jetzt muss ich mich erst einmal auf die Arbeit konzentrieren und meine beruflichen Ziele erreichen. Aber dann…aber dann werde ich wieder ins Fitnessstudio gehen und abnehmen. 

Ich nahm also leider weiterhin zu. Dabei hatte mich im Laufe der Jahre immer wieder mal der Ehrgeiz gepackt und durch Sport hatte ich teilweise auch mal wieder 5 oder sogar 10 Kilogramm abgenommen. Sobald der Sport beendet war, kamen die Kilos im Eiltempo zurück. Dabei hatte ich teilweise sogar auf meine Ernährung geachtet. Ich wusste wie ich abnehmen kann, aber es war so unfassbar zäh und der Sport war teilweise quälend. Ich habe es nicht durchgehalten.

Ende 2017, im Alter von 35 Jahren hatte ich dann einen Gesundheitscheck: “Lieber Herr Bergmann, es ist noch kein Risiko eingetreten, aber quasi alle Risiken bei Ihnen vorhanden: Diabetes, Bluthochdruck, Fettleber…ihr Gewicht ist 112 Kilogramm. Sie haben Adipositas.” Ich war nicht mal überrascht, es war mir ja schon klar, aber ich konnte mich nicht durchringen, es zu ändern. Mit dieser Diagnose wollte ich es aber ernst nehmen. Bitte aber nur nicht wieder jeden zweiten Tag Sport bis an mein Lebensende! Mir war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, wie ich das ändern wollte.

Mein Weg zu einem gesünderen Leben 

Im März 2018 kam dann die Wende. Ich war in einer Schulung in Helsinki. Wir hatten einen charismatischen Trainer mit idealem BMI. Zu meiner Überraschung war er Veganer und, wie sich rausstellte, auch noch ein weiterer Teilnehmer der Schulung, welcher ausschließlich durch Ernährungsumstellung abgenommen hatte. Somit war das Pausengespräch klar: Es ging um Ernährung. Mein Interesse war geweckt. Nachdem ich mir alles angehört hatte, sagte ich mir: “Das machst du jetzt einen Monat.” Die Gründe, die mich motivierten waren hier lang:

– Ich kann mich satt essen!
– Ich brauche nicht übertrieben Sport machen!
– Gleichzeitig verringere ich Tierleid!
– Gleichzeitig tue ich was für die Umwelt!

Für mich als unverbesserlicher Weltverbesserer waren gerade die letzten beiden Punkte eine zusätzliche Motivation. Meine Journey begann…

Ich kochte immer schon sehr gerne und ich war begeistert, so viele neue Rezepte ausprobieren zu können. Meine Lebensmittelvielfalt hat sich wesentlich erweitert. Nach einem Monat fühlte ich mich gut und ich beschloss, die Zeit auf zwei Monate zu verlängern. Nach zwei Monaten entschied ich mich gar kein Ende-Datum mehr festzulegen. Zudem hatte ich auf einmal auch neben der Arbeit noch Kraft. Ich setze endlich mein Versprechen von 2007 um, und begann wieder wieder ins Fitnessstudio zu gehen. 

Seit diesem Zeitpunkt nahm ich kontinuierlich, aber stetig ab. Ich achtete auf meine Kalorien und war trotzdem immer satt. Sport viel mir nicht so quälend schwer wie damals und ich machte den Sport auch noch zwei Mal die Woche und nicht jeden zweiten Tag. Ich beschäftige mich intensiv mit Ernährung. Ich wollte verstehen wie und warum das auf einmal möglich war und was noch möglich sein könnte. Endlich hatte ich etwas gefunden, was ich durchhalten konnte und sogar wollte.

Im März 2020, zwei Jahre später, hatte ich 37 Kilogramm abgenommen. Ohne Qual, ohne Verzicht auf alles. Dieses Gewicht halte ich seit heute. Und ich weiß jetzt, das es falsch war Abitur, Studium und den Beruf vor meine eigene Gesundheit zu stellen. Im Wohlfühlgewicht fällt mir auch das Arbeiten leichter und ich bin weiterhin erfolgreich. 

Meine Einstellung zum Leben änderte sich vollständig

Mein erworbenes Wissen untermauerte ich mit einem Ernährungsberater-Zertifikat bei der SGD. Ich bewege mich auch im Alltag mehr: Wenn ich einen Fahrstuhl sehe, nehme ich trotzdem die Treppe. Wenn ich eine Strecke mit dem Fahrrad fahren kann, mache ich das. 

Ich bin kein dogmatischer Vertreter des Veganismus. Das ist lediglich etwas, was mir geholfen hat. Aber jeder Mensch ist verschieden und bei jeder Ernährungsform kann man an den richtigen Stellschrauben drehen um sein Wunschgewicht zu bekommen. Dabei geht es nie um den kurzfristigen Erfolg, sondern immer um eine langfristige und nachhaltige Ernährungsumstellung. Lass uns doch einfach rausfinden, was für dich das Richtige ist!